Zusammenfassung der Ergebnisse der Podiumsdiskussion
„Welche Zukunft hat Kölns Opernquartier?“
am 17. September 2007 im Foyer der Oper Köln mit Dr. Hans-Georg Bögner, Dipl-Ing. Kaspar Kraemer, Prof. Georg Quander, Peter F. Raddatz, Bernd Streitberger. Moderation: Markus Schwering
Die Podiumsdiskussion ergab in allen wesentlichen Punkten einvernehmliche Positionen. Diese lassen sich wie folgt zusammenfassen:
1.) Grundlage aller weiterer Überlegungen ist der Beschluss, das Opernhaus denkmalgerecht zu sanieren, das Theater abzureißen, für das Theater am Standort Offenbachplatz einen Neubau zu errichten und das gesamte Areal städtebaulich zu beleben. Dieser Beschluss wird nicht mehr in Frage gestellt.
2.) Die Tieferlegung der Nord-Süd-Fahrt wäre für die Platzgestaltung wünschenswert, die Realisierbarkeit dieser Maßnahme ist aber nicht gesichert, so dass die weiteren Planungen unabhängig davon vorangetrieben werden sollen. Diese Planungen sollten die Option „Tieferlegung der Nord-Süd-Fahrt“ aber nicht verbauen.
3.) Die Sanierung des Operhauses wird voraussichtlich 3 Jahre in Anspruch nehmen. Die Frage eines Ersatzstandortes wird derzeit geprüft. Wegen der Größe der benötigten Fläche und der notwendigen Infrastruktur kommen dafür im Stadtgebiet nur wenige Standorte in Frage, sicher ist allerdings, dass eine Nutzung des „blauen Zeltes“ am Breslauer Platz auszuschließen ist. Der Rat hat beschlossen, das Zelt nach Beendigung der Bauarbeiten am Breslauer Platz abzubauen.
4.) Derzeit wird für die weiteren Planungen und die nachfolgende Ausschreibung der Raumbedarf einschließlich aller notwendigen Funktionsräume am Offenbachplatz festgelegt. Aktuell ist auf dieser Grundlage von Kosten in Höhe von ca. 230 Mio. € auszugehen. Nach einer endgültigen Konkretisierung soll in Abstimmung mit dem Kämmerer ein Kostendeckel festgelegt werden.
5.) Die Neugestaltung des Opern-Quartiers ist eine große städtebauliche Chance. Es geht darum, im Herzen der Stadt Aufenthaltsqualität und Urbanität zu schaffen, die dem Anspruch einer großen Metropole gerecht werden. Dies setzt auch voraus, dass sich Opernhaus und Theater nicht nach außen abschotten. Bei der Sanierung der Oper müssen hierbei Kompromisse mit dem Denkmalschutz gefunden werden, die eine stärkere Öffnung nach außen erlauben.
6.) Bei der räumlichen Neugestaltung kommt es neben der städtebaulichen Belebung des Offenbachplatzes vor allem auf eine Aufwertung und Wiederbelebung der Krebsgasse und eine verbesserte Anbindung an die Schildergasse und die Breite Straße an.
7.) Die Neugestaltung des Opernquartiers steht in engem Zusammenhang mit dem Masterplan für die Stadt Köln, der auf Initiative der Industrie- und Handelskammer jetzt in Angriff genommen werden soll. Daraus darf sich wegen der unterschiedlichen zeitlichen Horizonte aber keine Verzögerung ergeben. Um den inhaltlichen Zusammenhang dennoch zu berücksichtigen, soll der Städteplaner Speer deshalb in die Planungen zur Neugestaltung des Opernquartiers einbezogen werden.
8.) Insbesondere die Sanierung des Opernhauses duldet keinen weiteren Aufschub. Der bauliche und technische Zustand des Hauses, der jahrzehntelang vernachlässigt worden ist, ist derartig schlecht, dass schon jetzt ständig improvisiert werden muss. Ein Beginn der Sanierung im Jahr 2009 ist unumgänglich notwendig.
9.) Hinsichtlich des Raumbedarfs gibt es noch offene Fragen wegen der Zukunft des Tanzes an den Kölner Bühnen. Hierbei müssen vor allem die Überlegungen zu Kooperationen an der Rheinschiene möglichst bald abgeschlossen werden, um zu endgültigen Ergebnissen kommen zu können.
10.) Insgesamt kann aber festgehalten werden, dass nach den erforderlichen Grundsatzbeschlüssen jetzt alle Planungsarbeiten mit der notwendigen Sorgfalt, aber doch so zügig erfolgen, dass mit weiteren Zeitverzögerungen nicht gerechnet werden muss.
(Text: Ingrid Baedeker)